Werkstatt-Geheimtipp: Warum der Troghöhler mein liebstes Entrindungs-Tool ist

Wenn es darum geht, frisches Stammholz von seiner Rinde zu befreien, greifen die meisten automatisch zum klassischen Schäleisen. Das ist ehrliche Handarbeit, kernig, aber oft auch ein Kraftakt, besonders bei dicker Rinde oder starker Verwachsung.

In meiner Werkstatt hat sich ein anderes Tool für diese Arbeit durchgesetzt, das viele nur für das „Grobe“ auf dem Schirm haben: der Troghöhler.

Eigentlich dafür gebaut, Tröge auszufräsen oder tiefe Strukturen in Skulpturen zu treiben, habe ich festgestellt: Mit ein wenig Gefühl und der richtigen Technik ist er eine Höllenmaschine zum Entrinden.

Kraftvoll und effektiv – auch bei Sturmholz

Gerade wenn ich mit lokalem Sturmholz arbeite – wie den Edelhölzern, die 2025 dem Sturm zum Opfer fielen –, stehe ich oft vor mächtigen Stämmen mit dicker, schützender Rinde. Das Schäleisen stößt hier oft an seine Grenzen oder man ist stundenlang beschäftigt - oft ist es auch eine herausforderung, die klobigen Stammstücke so zu fixieren dass nichts rutscht oder kippt.

Der Troghöhler (in meinem Fall ein Anbaugerät der Firma Eder Maschinenbau für die Stihl MS260) fräst die Rinde nicht nur weg, er hebt sie ab. Durch die rotierenden Messer entsteht ein Zug, der die Rinde fast wie von selbst ablöst, und sowohl vertikal als auch horizontal eingesetzt werden kann.

Ein neues Leben für die Struktur

Gerade bei den sturmgeprägten Edelhölzern verbirgt sich unter der rauen Rinde oft eine feurige Maserung oder Wuchsfehler, die ich erhalten möchte. Der Troghöhler ermöglicht es mir, die Rinde effizient zu entfernen und gleichzeitig die wilde, organische Struktur des Stammes zu bewahren, bevor ich mit der feineren Bearbeitung beginne.

Das Fazit: Mehr als nur ein Höhler

Wer viel mit frischem Rundholz oder Sturmschäden arbeitet und die Rinde nicht nur mühsam abschälen, sondern kontrolliert abtragen möchte, sollte dem Troghöhler eine Chance geben. Es ist ehrliches Handwerk, aber mit moderner Effizienz.